Analyseinhalt

Prüfkriterium Mittelverwendungskontrolle  

Lebhafte Gesellschafterversammlungen, in denen die Fondsmanager und Treuhänder den Anlegern, Beratern und Vermittlern Rechenschaft ablegen, sind ein gutes Zeichen gelebter Anlegerdemokratie. Kritische Fragen, die es erschweren, vorbereitete Beschlüsse einfach durchzuwinken, erhöhen die Transparenz (wenn zum Beispiel Forderungsbewertungen aus der Fondsbilanz offen gelegt werden müssen). Oder die Anleger lehnen ein vom Investitionsausschuss favorisiertes Erwerbsobjekt ab. Kauf- und Vermietungskonzept erscheinen ihnen nicht sicher, das Verkaufspotenzial nicht gut genug. Oft trägt der "gesunde, unabhängige Menschenverstand" zu erfolgreichen Entscheidungen häufiger bei, als die von Interessen gesteuerten Expertenmeinungen. Hinzu kommt, dass die Anleger einen Anspruch darauf haben, dass sie die Risiken und Chancen ihres Kapitaleinsatzes erkennen können.


Anlegerinteressen kommen dann nicht zur Geltung, wenn Mitbestimmungsstrukturen nicht vorhanden sind, nur unter vielen Einschränkungen vom Fondsmanagement (nolens volens) gebilligt oder deren Organisation durch vertragliche Hürden deutlich erschwert werden. Z.B. wenn der mit dem Initiator gesellschaftsrechtlich verbundene Treuhänder die Treugeberadressen nicht (rechtzeitig) bekannt gibt, wenn sich der Wille unter den Gesellschaftern formt, eine außerordentliche Gesellschafterversammlung einberufen zu wollen, um z. B. den Operator oder Objektmanager zur Rechenschaft zu ziehen/zu entlassen.